Metropolen, Tempel und Sushi

16. Mai 2010

Ostern in Shanghai, Pfingsten in Hamburg und dazwischen Japan. Nein, was sind wir doch kosmopolitisch geworden! Oder metropolistisch? Irgend so was in der Richtung auf jeden Fall. Nachdem wir unsere Urlaube immer meist in warmen Gefilden verbracht hatten, seit wir in Shanghai sind, nachdem wir dem Tauchen ganz klar den Vorrang vor Kultur und Sightseeing gegeben haben, haben wir uns über den berühmten May-Holiday doch endlich mal nach Japan begeben. Kulturell natürlich ein Highlight – aber ich bin ja zugegebenermaßen vor allem aus zwei Gründen dort gewesen: Sushi und Sushi. OK, Mount Fuji war auch ganz oben auf der Sehen-Will-Liste – aber die Essen-Will-Liste ist halt wichtiger…! Wir waren vier Tage in Tokio und drei Tage in Kyoto. Ersteres eine pulsierende Metropole, die irgendwie gar nichts asiatisches hat (außer den 12 Mio. Einwohnern). Letzteres eine Stadt, die im zweiten Weltkrieg bei den Bombardements verschont geblieben ist und deren Fülle an Tempeln und Schreinen meine kühnsten Vorstellungen übertroffen hat! Knapp 2000 Tempel, shintoistisch oder buddhistisch, liegen über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Wir haben nicht mal 1% gesehen! Aber drei wesentliche haben wir uns angeschaut und den einen oder anderen kleinen haben wir bei Spaziergängen einfach im Vorbeigehen mitgenommen. Beeindruckend. Aber wie das so ist, wir waren im Mai da über die Feiertage, nicht wissend, dass Japan die gleichen Feiertage hat. In Tokio fiel das tatsächlich nicht auf, aber in Kyoto drängten sich hunderte, wenn nicht gar tausende Japaner in den kleinen Gassen der Altstadt. Mein liebster Garten, den wir deshalb morgens um 08:30 Uhr direkt zur Öffnungszeit besucht haben, war zum Glück ob der frühen Stunde menschenleer. Wie soll denn auch sonst ein Zen-Garten seine Wirkung entfalten, wenn das Auge nicht in meditativer Stille über die exakt gezogenen Kiesfurchen gleiten darf? Ich fand das unsagbar schön. Weniger empfindsame Gemüter sollen allerdings behauptet haben: Was ist denn daran toll? Ein Kiesbett mit Steinbrocken drin? Seht selbst und urteilt.

Japan hat uns insgesamt sehr gut gefallen, wenn ich auch echt ein wenig verwirrt war, WIE deutsch-ordentlich dort alles ist. Zwei Stunden von China weg und schon ist alles anders. Keine Staus, kein Chaos, keine lauten Menschen, kein Rempeln, Spucken, Rülpsen, Furzen, kein helloladywatchbagdvd, die Höflichkeit regiert Japan und das in einem Maße, das mich wirklich sprachlos gemacht hat. Neben der Tatsache, dass fast niemand Englisch spricht und wir uns einig waren, dass man in Shanghai wirklich leichter mit Englisch durchkommt, als in Tokio. Das will was heißen. Kyoto ist schon wieder viel eher auf Touristen eingestellt und deshalb kommt man da besser mit Englisch klar. Und natürlich, wie könnte ich über Tokio schreiben, ohne die als french-maid verkleideten jungen Damen zu erwähnen, die die Straßenränder säumen, um Werbung für „Maid-Cafes“ zu machen, in denen alle Damen so angezogen sind, die die Herren mit „hello master“ begrüßen und mit kurzem Röckchen den Kaffee servieren. Das weckt Begierde in den jungen Japanern – eine Begierde, die ich so überhaupt nicht nachvollziehen kann. Wie kann man denn bitte scharf drauf sein, eine Comic-Figur zu poppen?? Anyway, was soll’s. Es gibt Dinge, die ich nicht verstehen muss. Oder ist das echt sexy? Kommt, Jungs, das kann doch nicht euer Ernst sein?

Nun sind wir wieder in der Behaglichkeit unserer 4 Wände. Es war eine aufregende Woche und wir haben viel gesehen und erlebt. Und um das abzuschließen: ja, ich habe unglaublich gutes Sushi gegessen. Auch das angeblich beste Sushi der Welt in einem kleinen Laden auf dem Fischmarkt. Und ja, es ist so frisch und gut, dass ich echt einige Wochen gut auf das Sushi in Deutschland verzichten kann.

Allerdings muss ich ja eines sagen: keine europäische oder asiatische Stadt, die ich kenne, hat kulinarisch so viel zu bieten wie Shanghai! Zwei Tage nach unserer Rückkehr waren wir also bei Sushi Oyama, einem 10-Plätze-Sushi-Lokal ohne Speisekarte und haben uns noch einmal zum Vergleich vom Sushi-Chef hinter dem Tresen kulinarisch verwöhnen lassen. Und was soll ich sagen? Das Sushi wird aus Japan importiert und kann problemlos mit dem Laden am Tokioter Fischmarkt mithalten! Nur dass wir hier in Shanghai gemütlich einen Tisch reservieren können, während man dort am Fischmarkt eine Stunde anstehen muss, bis man für ca. 20. Minuten ins Lokal darf, das Mittagsmenü bekommt (A la carte geht nicht bzw. wird nicht gerne gesehen – und wer will es sich mit kleinen Japanern mit großen Messern verscherzen?) und dann sofort wieder hinaus komplimentiert wird.

Ja, das Sushi war hervorragend, aber Essen ist für mich eben nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern auch das Drumherum. Also bin ich glücklich, dass ich das angeblich beste Sushi der Welt auf dem Fischmarkt in Tokio gegessen habe – und überglücklich, dass ich hier in Shanghai jederzeit wieder vergleichbar gutes Sushi in richtig nettem Ambiente in Ruhe genießen kann. Nächste Woche geht es los nach D. Ich werde dort wohl fürs Erste auf Sushi verzichten, um mir die Erinnerung an den japanischen Fisch zu bewahren. Aber ich kann schon jetzt Matjesfilets und Krabbenbrötchen schnuppern. Hamburg ich komme…!

Ostersonnenhoffen

31. März 2010

Angeblich soll es heute regnen, aber wir haben in der Sonne 25 Grad und strahlende Sonne! Ach, wenn es doch so bliebe, nur noch bis Montag einschließlich! :-) Am Montag ist ja Ostermontag in Deutschland – und hier ist tatsächlich Tomb Sweeping Day, ein Feiertag zu Ehren der Toten. Dieser Feiertag wurde erst letztes Jahr zum offiziellen Feiertag, weil man letztes Jahr hier in China damit begonnen hat, die Feiertagswochen zu teilen. Früher, also bis vorletztes Jahr einschließlich, gab es drei Wochen Ferien für die Chinesen. Eine davon über Chinese New Year im Januar oder Februar, je nach Mondkalender. Eine über den ersten Mai und eine über den ersten Oktober, dem Gründungstag der Volksrepublik China. In den letzten Jahren kam es aber zunehmend zu Problemen im öffentlichen Transportwesen. Überfüllte Züge, überteuerte und ausgebuchte Flüge, ausgebuchte Langstreckenbusse. Dies alles, weil alle Chinesen gleichzeitig reisen oder nach Hause fahren, weil die Feiertage fix sind. Hier bei uns in der Hongmei Lu gibt es ein Ticketoffice für Zugtickets. Ein kleiner ebenerdiger Laden mit Glasfront, höchstens 4 Meter breit. Kurz vor den Feiertagen stehen da morgens um 8 Uhr immer lange lange Schlangen von Menschen, die gerne ein Ticket ergattern wollen, um die Feiertage zu Hause bei der restlichen Familie, oder in den gelben Bergen oder in Sichuan oder sonstwo verbringen wollen. Die Leute fangen nachts schon an anzustehen, denn die Tickets gibt es erst ca. eine Woche vor Abfahrt zu kaufen – nicht wie bei uns, wo ich jetzt ein Zugticket mit Platzreservierung für August kaufen könnte! Mit der Entzerrung der Feiertage erhoffte man sich also eine Verbesserung der Situation. So hat man einfach zwei oder drei bisher inoffizielle Feiertage zu offiziellen Feiertagen erklärt. Darunter eben auch den Tomb Sweeping day (zu Dt. den Tag, an dem die Gräber gefegt werden) und den Mittherbst-Tag, an dem alle die scheußlichen Mooncakes essen und im Freien picknicken um den Vollmond zu bewundern. Das ist irgendwann im Spätjahr, September oder Oktober, wieder abhängig vom Mondkalender.

Hm, eigentlich wollte ich das alles jetzt gar nicht schreiben, eigentlich wollte ich nur schreiben, dass ausnahmsweise mal ein chinesisches Fest mit einem dt. Fest zusammenfällt und wir deshalb einen ECHTEN Ostermontag haben werden! Ist das nicht toll? Und dafür wünsche ich mir Sonne! Mein Rechner und mein Handy widersprechen sich gänzlich in den Wettervorhersagen, aber ich stimme für den Rechner, der sagt nämlich, dass es nur am Sonntag regnet und sonst über Ostern schön und sonnig und bis zu 21 Grad warm ist! Also, Daumen drücken!

Ameisenalarm

29. März 2010

Gestern Nachmittag sind wir zum Kammermusik-Konzert im M on the Bund gefahren und waren ganz angetan. Es war richtig nett! Wir sind gegen 15 Uhr aus dem Haus gegangen und um 18 Uhr waren wir wieder zu Hause. Überschaubare Zeit. Als ich in die Küche gehe um anzufangen unser Abendessen vorzubereiten (ja, wir essen gerne früh!) fällt mein Blick auf den Fußboden, der übersät ist von hunderten und aberhunderten fliegender Ameisen. Hauptsächlich tote fliegende Ameisen!! Es war wie im schlechten Horrorfilm, entsprechend ist mir ein Schrei entfahren, wie es sich gehört. Ich habe wirklich nicht den Ansatz einer Ahnung, wie es so viele Ameisen in dieser Zeit schaffen, den kompletten Boden zu überziehen und dann auch noch zu sterben! Überall lagen Flügel ohne Ameise dran oder Ameisen ohne Flügel. Manche schleppten sich noch ein paar Millimeter weit, die meisten waren allerdings mausetot. Sowas hab ich noch nie erlebt! Die Quelle der Ameisenflut haben wir 1. in der Spalte an der Küchentürschwelle und 2. unter der Fußleiste in der Herdzeile entdeckt. Also ging es los. Bewaffnet mit Staubsauger haben wir jeden Winkel und jede Ecke ausgesaugt, alle Fußleisten der Küchenzeilen abgenommen, alles beseitigt, was offensichtlich war, um dann bewaffnet mit Insektenkillerspray und vermummt mit Geschirrtüchern über Mund und Nase, lang ausgestreckt auf dem Boden liegend, mit ausgestrecktem Arm unter den Küchenschränken zu töten, was eventuell noch am Leben war. Große Mission. Das Zeug macht echt blind und taub und als wir fertig waren haben wir die Küchentür geschlossen (das Fenster war natürlich die ganze Zeit offen und das Fliegengitter natürlich zu!) und haben unser Abendessen online bestellt.

Heute morgen also die Ruhe nach dem Sturm! Echt seltsam, als wäre nichts gewesen. Aber ich bekomme noch Gänsehaut, wenn ich dran denke…!

Escape to Hongkong

18. März 2010

Der Unterschied zwischen Hongkong und Shanghai ist schnell dargelegt: In Hongkong gehe ich in einen Supermarkt, toll sortiert, teurer als Shanghai. In einem Gang treffe ich auf einen Chinesen, der sich die Nase mit einem Taschentuch putzt. Ich starre ihn verwirrt an, denn Taschentücher sind normalerweise in China scheinbar erst der Generation ab 80er Geburtsjahr bekannt und habe ein Gefühl, als würde ich in einer Zeitschrift dieses Spiel spielen “Such den Fehler auf dem Bild”. Also irgendwas ungewohntes und unstimmiges, aber man kann nicht sofort sagen was es ist. Der Chinese lächelt mich an und entschuldigt sich. Er sich! Bei mir! Dafür, dass er in einem Gang im Supermarkt ein Taschentuch benutzt. Szenenwechsel. Carrefour Shanghai. Großer Supermarkt. Auch nicht schlecht sortiert. Schlimm riechende Fleisch- und Fischabteilung. Trockenfisch noch schlimmer. Gefrorene Hühner ohne Verpackung auf einem Haufen. Den Hackklotz, an dem jeder sich seine Hühnchen noch gefroren oder ungefroren mit einem immens großen Beil zerhackstücken konnte, wurde allerdings letztes Jahr entfernt. Halleluja. Ich stehe neben den Orangen, die sich pyramidenförmig auftürmen. Überall Einkaufswagen, keiner kommt mehr vor oder zurück. Alles verstopft. In dem Wirrwarr sorgt ein fleißiger mittelalter Mitarbeiter der Carrefour-Hausputz-Kolonne für einen noch dreckigeren Boden indem er den alten Wischmop immer wieder durch den Dreck hin und her zieht. Aber nicht in dem Moment, als ich auf die Orangen zugehe, da hat er nämlich nur eine Hand frei, denn die zweite schwebt vor seinem Gesicht, den kleinen Finger bis zum Anschlag im Nasenloch versenkt. Zieht ihn wieder raus, bewundert seine Beute, entfernt sie mittels langem Fingernagel der einen Hand von unter dem anderen Fingernagel der anderen Hand und schnippt dann seine Beute galant vom Finger. Lässig. Direkt neben den Orangen. In der Obstabteilung. Ein Angestellter! Und das Beste: während er in aller Ruhe bohrt, schaue ich im mitten ins Gesicht und er in meines. Aber natürlich ist er sich keiner Schuld bewusst. Manchmal, meine Lieben, manchmal möchte ich hier nur noch schreien. Die Jungs machen mich irre hier. Und wie immer kommt mir in solchen Situationen der folgende Satz in den Kopf: ich würde sie alle rausschmeißen. Den Popelmann von den Orangen ebenso wie die Angestellte bei Kenwood-Haushaltsgeräten, die sich die Fingernägel knipst (!!). Genauso wie die Kellnerin im Restaurant, die sich immer an den Pickeln kratzt. Im Gesicht. Wenigstens was! Alle würde ich sie rausschmeißen. Manchmal habe ich einfach keine Geduld mehr mit diesem Volk. Mich ekelt die Rotzerei immer noch fürchterlich. Mich ekeln die langen kleinen Fingernägel. Und die Popelei. Mich nervt das laute Geschreie und das dümmliche Gekicher, wenn was schief läuft. Und ganz ehrlich? Meine Toleranzgrenze ist erreicht. Und auf einmal kann ich die vielen Expat-Ladies verstehen, die in ihrer geschlossenen Community leben und eigentlich überhaupt keinen Kontakt zu Chinesen haben. Natürlich gibt es Ausnahmen. Natürlich ist die junge und gebildete Generation anders. (Auch nicht immer!) Natürlich heißt es andere Länder andere Sitten! Aber wisst ihr was? Das sind KEINE SITTEN! Das sind UNSITTEN. Und ich kann es einfach manchmal nicht mehr ertragen. So, das musste mal raus!! :-)

Ansonsten befinde ich mich ohnehin gerade in Hongkong und genieße den britischen Einfluss in China. Die Leute stehen am Bus und an der Kasse Schlange, niemand befingert die Waren im Einkaufskorb, um zu sehen, was der Ausländer da kauft (nicht auszudenken, wo die Finger vorher waren…), alles ist organisiert und einfach irgendwie britisch-chinesisch. Eine gute Liaison! Hat meinen Segen.  So, ich hoffe, ich habe mich bis zum nächsten Eintrag wieder abgeregt. Gehabt euch wohl und immer schön Tempos benutzen!

Detox Holiday

8. Februar 2010

Nach den kulinarischen Eskapaden verteilt über Januar und Dezember, habe ich mich entschlossen, alleine für 10 Tage zum Fasten nach Ko Samui zu fliegen. Kleines Boutique-Hotel, Pool, Meerblick, kein Essen, Yoga, Meditation und Liver-Flush-Drinks. Was will man mehr? Das neue Jahr, das nach chinesischem Kalender ja erst in einer Woche beginnt, wird also clean und entgiftet gestartet. Das erspart mir auch die Knallerei hier in Shanghai anlässlich der Feierlichkeiten zum Jahresende. Nur einmal habe ich das miterlebt. Wir mussten DVD mit Untertiteln schauen, weil man sein eigenes Wort innerhalb der Wohnung nicht verstehen konnte. So ist China eben. Hauptsache laut.
Ich habe Sehnsucht nach Deutschland. Bei den Bildern der zugefrorenen Alster wird mir richtig flau im Magen, habe ich sie doch noch nie so gesehen! Ziehe es trotzdem vor, in die warme, thailändische Sonne zu flüchten, anstatt einen Heimatbesuch anzuberaumen. Hamburg ist im Frühjahr ohnehin schöner als im Winter. Und nach allem, was man von Freunden und Medien mitbekommt, ist ganz Deutschland recht genervt von den anhaltenden Schneefällen und der eisigen Glätte auf Straße und Gehwegen. Das ist hier so weit weg. Eben einen andere Wahrnehmung. Die Downside kommt hier nicht rüber, nur die Bilder mit den Schlittschuhläufern auf der Alster, den Eisschollen auf der Elbe und den schneebedeckten Parks. Seufz…
Habe im Urlaub sicher mal Zeit, einen Post abzusetzen. Lasse euch also an der Entgiftung sicher teilhaben. Freu mich drauf.
Steffi (noch ganz giftig, aber nicht mehr lange…)

Rainy days…

11. Januar 2010

Seit zwei Tagen schüttet es wie aus Kübeln. Von morgens bis abends ohne eine Sekunde Pause. Ich kann das nicht leiden, das drückt aufs Gemüt! Grauer Himmel, graue Welt, graue Stimmung. Da hilft es auch nicht, auf facebook das lustige Spiel mitzumachen und die Farbe meiner Unterwäsche zu posten…! Da poste ich lieber hier, da hat wenigstens jeder was von!

Das erste “reguläre” Wochenende im Januar liegt hinter uns. Das erste Wochenende kann man irgendwie nicht zählen, das war ja wie Dauerferien mit den Feiertagen davor! Am Freitag sind unsere Nachbarn ausgezogen. Nun wohnen wir schon fast alleine hier in der Straße. Gegenüber wohnt noch das verzweifelte junge holländische Paar mit Baby und kleinem Kind, die kaum ein Auge zu bekommen, weil auch neben ihnen gebaut wird und die Kinder ihnen zusätzlich die Nächte rauben. Und hier fallen ja wegen der Bauarbeiten die Mittagsschläfchen aus! Auch ich kämpfe mit der Lärmbelästigung. Das wird auch noch eine ganz Weile dauern, bis das aufhört. Ich hoffe, dass wenigstens die Abrissarbeiten bald aufhören! Bei uns fangen die Wände an, Risse zu bekommen durch das konstante Gewummer! Haben gestern den Abend mit den Nachbarn verbracht, die eben ausgezogen sind. Wirklich schönes neues Haus. Gefällt mir gut. Wenn ich die Schnauze hier voll habe, dann ziehen wir halt auch noch mal um!  Aber eigentlich graut mir davor. Alles von vorne? Wir sind in den letzten 5 Jahren 4 Mal umgezogen!!! Und auch, wenn der Umzug hier relativ wenig kostet – mit einpacken und auspacken lassen – so muss man doch wieder unglaublich viel selbst machen und packen und vor allem auspacken! Mal sehen, wann meine Genervtheit über den Lärm den Grad erreicht, dass ich das alles lieber noch mal auf mich nehme mit der Packerei! Am Wochenende geht es jetzt erst mal nach Hongkong. Da soll das Wetter ja wenigstens besser sein!

Trübe Grüße

Steffi

Back crack and construction frustration

6. Januar 2010

Mein Rücken macht noch immer Sorgen, ist aber besser geworden. Es knackt und kracht an allen Ecken und Enden der Wirbelsäule. Aber ich kann es selbst kaum hören, weil der Baulärm zu laut ist. Nachdem das Nachbarhaus, mit dem wir eine Wand teilen, nun in 9 Monaten renoviert wurde – nämlich den kompletten Sommer über mit entsprechendem Lärm und Dreck – sind die Jungs jetzt nur noch geringfügig mit Innenausbau beschäftigt. Kaum war es außen fertig wurde das Haus daneben eingerüstet und seit vorgestern haben die Abrissarbeiten begonnen. Renovierung nennt sich das, ist aber eigentlich ein Abriss bis auf die Grundmauern oder bis auf die Fassade. Der Rest wird dann neu gemacht. Also noch ein halbes Jahr täglich Lärm, Staub und viel Rotzerei, denn der Staub muss ja raus…! Es ist zum Mäusemelken! Ich werde bekloppt hier! Hört das denn nie mehr auf??? Und da wir hier von drei zusammenhängenden Häusern sprechen – unseres links außen, eines in der Mitte und das nun zu renovierende rechts außen, haben wir also die ganze Zeit Lärm “von innen”, also durch die Wände. Nicht nur von außen – wo gegenüber auch zwei Häuser renoviert werden. Jetzt gerade ist Ruhe, ein sicheres Zeichen, dass es 12 Uhr ist und damit Mittagspause… Ich will auch ne Pause. Ne Baupause! Es ist wirklich unerträglich! Die ganze Stadt ist sowieso eine einzige Baustelle wegen der Expo. Der Bund, die berühmte Uferpromenade, ist noch immer nicht fertig und da wo wir die letzen Jahre immer hübsche Fotos mit unseren Besuchen gemacht haben, am Bund, mit Blick auf die Skyline von Pudong, ist nun eine einzige, mehrere hundert Meter lange Baustelle. Der Bund als solcher gar nicht mehr zu betreten. Das dauert noch bis zur Expo. Viva Expo! Dann ist vielleicht mal ein paar Monate Schluss mit Baustelle!

Staubige Grüße von eurer genervten Steffi

Happy New Year

31. Dezember 2009

Der letzte Tag im Jahr 2009! Mein Rücken ist immer noch nicht wieder heil und ich war nochmal beim Arzt vorgestern – allerdings immer noch ohne spürbare Besserung…! Da helfen für heute Abend nur Tabletten, am besten mit Champagner runtergespült! :-)
Wir gehen gut essen (wer hätte auch was anderes erwartet?) und feiern zu zweit ins neue Jahr. Ich wünsche euch allen einen schönen Abend und ein gutes, gesundes, glückliches und zufriedenes Jahr 2010!
Und mir wünsche ich, dass trotz der langen Pause im letzten Jahr noch ein paar Blog-Leser übrig sind… :-)
Steffi

Weihnachten vorüber…

28. Dezember 2009

Haben wunderbare Weihnachtstage verbracht. Wetter hier nicht ganz so schön wie auf den Malediven, aber das gehört zu Weihnachten ja auch irgendwie dazu. Beineide alle, die weiße Weihnachten hatten, denn es hat zwar auch hier gestern geschneit, aber nur wenig und viel zu nass. Nichts liegen geblieben. Weihnachten hier ist immer seltsam. Irgendwie passt es hier nicht hin. Trotz geschmücktem Haus und Früchtebrot ist es eben nicht wirklich weihnachtlich hier. Vorgestern waren wir im Musical “Fame”. Theater halb leer und natürlich kaum Ausländer. Das Stück war OK – aber es vergingen keine 10 Minuten, ohne dass ein Handy geklingelt hätte….! So sind sie halt, die Chinesen. Das Mädchen neben mir hat alle zwei Minuten eine sms getippt. Ich habe sie dann irgendwann gebeten, damit aufzuhören. Ich frage mich nur immer, wieso man eine teure Theaterkarte bezahlt, wenn man dann sowieso nicht zuhört und zuschaut??

Ansonsten macht mir mein Rücken noch immer Sorgen. Subluxation, also irgendwelche Wirbel verschoben. Ganz unten an der Lendenwirbelsäule. Nun schon seit einer Woche. War letzte Woche beim Arzt und habe eine (unglaublich lange) Spritze bekommen. Hat aber nur wenige Tage geholfen. Ich sitze es noch ein oder zwei Tage aus und hoffe auf Besserung, sonst muss ich halt nochmal hin und mich peinigen lassen. Lasst es euch gut gehen und genießt die ruhigeren Tage zwischen den Jahren.

Eure Steffi

Time flies….

23. Dezember 2009

Mann, schon wieder ist Weihnachten und schon wieder fällt mir auf, wie lange ich nicht geschrieben habe. Habe als Vorsatz fürs neue Jahr beschlossen, jede zweite Woche Blog zu schreiben und dafür viel kürzer. (Das kommt dann auch den unkonzentrierten Lesern entgegen!) Dieses Jahr war ein anstrengendes und ereignisreiches Jahr. Mal sehen, was das nächste uns bringt. Also, versprochen ist versprochen: mindestens ein bis zwei Blogeinträge pro Monat!

Ich wünsche euch allen ein schönes Fest und besinnliche Weihnachtstage.

Und Thorsten und Tanja alles alles Liebe und alles Glück der Welt! Hoffentlich lest ihr meinen Blog überhaupt noch, nach all der Zeit der Nicht-Einträge…

Und hier noch ein Tipp, falls ihr nicht wisst, wie man sich an Feiertagen verhält. Stammt von einem chinesischen Reiseveranstalter. Der muss es ja wissen…

Wie die Römer